Aktuelle Ausstellung- Olaf Jahnke

Olaf Jahnke

Ausbildung zum Fotografen bei Joppen Photographie in Frankfurt
Besuch der Gutenbergschule, Fachschule für Druck, Medien und Gestaltung Kameraassistenzen sowie eine Vielzahl von Filmen als Kameramann für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den Hessischen Rundfunk und die ARD Ausstellungen und Mitgliedschaft in Künstlergruppen
Projektstipendium der Hessischen Kulturstiftung 2020

Ausstellungen

2021 Galerie KUK1292 – 13.Juni 2021 bis 11. Juli 2021

FREITAG BIS SONNTAG 15:00 BIS 19:00 UHR 

2020 Frankfurt Rosenhang Museum,

2020 Weilburg Städtische Galerie,

2020 Kelkheim Art in a Box,

2020 Frankfurt Kunstkaufhaus, Kelkheim

2019 Kunstraum 44, Kelkheim

2018 Zauberberg, Ruppertshain

2011 Art-Galerie, Frankfurt

2008 Galerie an der Mauer, Kronberg

Mehr Infos zu Olaf Jahnke

Rote Armee Fraktion Topographie Frankfurt und Umgebung

Der erste Gedanke geht an die inzwischen beinahe historisch zu nennenden Bilder, die man unwillkürlich im Kopf hat, wenn man an die RAF denkt. Fahndungsplakate, verrauschte Fernsehbilder und natürlich das Foto vom entführten Hanns Martin Schleyer. Besonders der deutsche Herbst, wie die Ereignisse von 1977 genannt werden, hat in unserer Gesellschaft seine Bilder hinterlassen. Immer wieder sehen wir in den Wiederholungen der Fernsehsender die Geschehnisse dieser Jahre, spätestens wenn sich etwas jährt, erscheinen diese Bilder wieder im TV.

Es wirkt auf uns mittlerweile wie Fiktion, die Taten sind lange her, Spielfilme wurden dazu gedreht. Umso überraschender ist der Abgleich zwischen den Bildern im Kopf und Jahnkes Fotografien aus unserer Gegenwart. Kaum jemand stand selbst vor den Garagentoren, an denen Baader, Meins und Raspe verhaftet wurden. Sieht man nun dieses Bild mit dem bewegten Schemen aus dem Jahr 2021, scheint die Vergangenheit in die Gegenwart zu springen.

Sind diese Orte emotional aufgeladen, wenn man weiß, was dort passiert ist? Verbrechen, Geschichte und Lebensgeschichten sieht man den Orten meistens nicht an, erfährt man aber mehr, wird man davon beeinflusst.

Jahnke hält stringend seinen sachlichen Stil, mit einer Perspektive und ohne den Versuch optischer Effekthascherei, so dass sich der Vergleich zur Becherklasse aufdrängt. Er durchbricht aber die Betonung der reinen Architekturaufnahme mit den Schemen der Menschen, die dort leben. Niemand ist wirklich zu erkennen, steht ein Körper still, ist das Gesicht verwischt. Oft sind die Menschen nur Streifen.

Wo kein Mensch zu sehen ist, wie im Wald zwischen Gravenbruch und Heusenstamm, bildet ein langgezogenes Flugzeug die Bewegung der Gegenwart ab. Genauso auch am letzten bestehenden Gebäude der Rhein-Main Air Base, dem Ort eines großen Anschlags.

Jahnke zeigt mit seiner Zusammenstellung, begleitet von einer textlichen Einordnung der Geschehnisse, dass sich die Orte der RAF wie ein roter Faden durch Frankfurt und Umgebung ziehen. Diese 36 Häuser und Plätze werden natürlich weiter bewohnt, besucht und gelebt.